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Kamerazug goes Digital |
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Technologie bringt neue Möglichkeiten |
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oder: Netzwerktechnik und Modelleisenbahn vereint. |
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Wer die Möglichkeit hat, Züge auf einer grossen
Modelleisenbahn-Anlage fahren lassen zu können, verspürt früher oder
später den Wunsch, die Anlage aus der Lokomotivführer-Perspektive zu
betrachten.
Als zu Beginn des neuen Jahrtausends analoge Funksender im freien
2.4-GHz-Band erschwinglich wurden, machten sich zwei Kollegen der
Spur-0-Gruppe daran, eine Miniaturkamera in einer Re 4/4 mit eben
einem dieser Sender in einem Hbis-Güterwagen zu verbinden.
Die ersten Bilder dieser Perspektive faszinierten nicht nur die
Erbauer, und so entschied man sich, die Führerstandsmitfahrt live
mittels eines Videoprojektors auf eine Leinwand zu projizieren.
Diese analoge Bildübertragung verrichtete etliche Jahre ihren Dienst,
hatte aber leider auch mit erheblichen Nachteilen zu kämpfen: |
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Die analoge Variante bietet keinerlei Schutz gegen
Übertragungsfehler, was zu häufigen Störungen und Aussetzern im
Videosignal führt.
Per Zufall stiessen wir Ende 2009 auf den bisher kleinsten
IP-Video-Encoder der Welt von
Axis Communications, einem führenden Hersteller von Netzwerk-Video-Produkten |
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Nun galt es herauszufinden, ob eine
Video-Übertragung per
WLAN
überhaupt möglich ist. Schnell stellten
wir fest, dass wir auf
MIMO-Technik und den WLAN-Standard
802.11a setzen mussten.
Im weit verbreiteten 802.11b/g tummeln sich viel zu viele andere
Geräte, die es verunmöglichen, eine stetige Datenrate von bis zu 7
Mbit/s aufrecht zu erhalten.
Das Bild zeigt den Prototypen, mit dem wir die ersten Versuche
erfolgreich durchführen konnten. |
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Anschliessend folgte eine mehrere Monate andauernde Phase der
Hardware-, Software- und Mechanik-Entwicklung.
Selbstverständlich entstanden sämtliche Zeichnungen am Computer. Im
Bild rechts ist die entworfene Leiterplatte in einer 3D-Ansicht
erkennbar.
Übrigens: Die gesamte Technik wurde in einer BLS Re 4/4 von
Hermann-Rail und zwei Hbis-Güterwagen
von Allmo eingebaut und übersteigt wertmässig mittlerweile die
Kosten des Rollmaterials. |
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Einige Stichworte beschreiben den Funktionsumfang
des neuen Kamerazuges:
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Ein ausgeklügeltes System lässt die Kamera in
Kurven mitschwenken.
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Die neue Kamera verwendet die volle
PAL-Auflösung, also 625 Bildzeilen.
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Die eingesetzten
NiMH-Akkus sind in der Lage,
100 Wh abzugeben.
Dies entspricht einer Laufzeit von über 7 Stunden.
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Um alle Komponenten mit Energie versorgen zu
können, werden vier verschiedene Spannungen (3.3V bis 48V) benötigt.
Diese Spannungen werden effizient mittels Schaltreglern erzeugt.
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Für die nötige Kühlung der Komponenten sorgt ein
eingebauter Lüfter.
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Über das
Ethernet-Netzwerk
kann von einem Computer aus die
Akku-Restkapazität abgefragt werden sowie diverse Funktionen,
beispielsweise die Lok-Beleuchtung, ferngesteuert werden.
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Eine Zusatzschaltung mit
Hall-Sensor erfasst die Radumdrehungen des Senderwagens und
überträgt diese zum Computer. Dieser berechnet damit die
zurückgelegte Strecke, welche dann im Videobild eingeblendet
wird.
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 Der
geöffnete Wagen, mit folgenden Komponenten:
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Wagenboden:
links der Ein-/Ausschalter, mittig der Kühllüfter, rechts der
Video-Encoder mit Anschlüssen
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Wagenkasten:
Grundplatine (grün), WLAN-Modul (blau), Kamera-Anschluss in
linker Stirnwand, rechts der Mitte die Schaltregler für die
Stromversorgung, ganz rechts Mikrocontroller mit
Schnittstellenkonverter
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Die beiden WLAN-Antennen finden Platz unter dem Wagendach.
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Der zweite Wagen beherbergt ausschliesslich die NiMH-Akkus.
Selbstverständlich sind diese gegen Kurzschluss abgesichert.
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Die Kamera-Schwenkvorrichtung mit Grundplatte, Drehteller und
Drehbolzen,
Mitnehmerarm und Motorschelle mit Führungskulisse
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Blick in die Re 4/4: Links die Kamera auf der eingebauten Schwenkvorrichtung.
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Demo-Video (6.5 min) |
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