Oberleitungsbau

Eine ständige Herausforderung: Der Weiterbau an der  Oberleitung!

Bei Baubeginn der Anlage gab es einige Diskussionen, wie denn die Oberleitung zu gestalten sei. Ein Fahrbetrieb mit echter Stromabnahme ab Fahrdraht kam für uns kaum in Frage, da die enormen Stromstärken von bis zu 4 Ampère bei maximal 24 Volt - das sind fast 100 Watt, die vor allem bei beleuchteten Zügen gebraucht werden - viel zu starke Fahrdrähte bedingt hätte.
Deshalb einigten wir uns auf einen Betrieb mit "Bügel am Fahrdraht" in stromlosem Zustand. Diese Art des Betriebes bedingt nun aber einen ebenso exakten Aufbau der Oberleitung fast wie im Original, d.h. Verlegung, Abspannungen und Aufbau der Komponenten müssen sehr präzise ausgeführt werden. Als Grundlage für die Lage von Fahrdraht und Masten dienen uns die entsprechenden NEM-Normen des MOROP.
Das Bild zeigt die Doppelspur-Südkurve beim Personenbahnhof "Langenthal".
Ganz rechts ist das Ausfahrgleis der Abstellgruppe P zu erkennen.

Bau von Fahrleitungsmasten

Auf der Strecke finden sich mehrere verschiedene Typen von Masten: der Standard-Streckenmast mit einem Ausleger, der Streckenmast mit Doppelausleger für den Wechsel des Fahrdrahtsegmentes und der Streckenmast mit Verstrebung für die Abstützung der Abspannung.

Aufgebaut sind die Masten mit einem Doppel-T-Profil aus Messing, das am unteren Ende in einem Werkzeug "rund gequetscht" wurde; so passt der Mast in das runde Loch des Mastsockels.
Die Imitation des Mastständers ist mit einem Kupferplättchen nachgebildet, das quadratisch
ausgestanzt und dann über den Mast gestülpt wurde.

Die Nachbildungen der Schrauben und Muttern bestehen aus kleinen gestauchten
Kupferdraht-stückchen, die in die vier Löcher des Plättchens gesteckt wurden. Das Ganze wird in einer  Halterung mit einem Gaslötkolben am Stück verlötet.

Oberleitung auf verdeckten Strecken

Auf den unterirdischen resp. verdeckten Strecken und Schattenbahnhöfen kommt eine vereinfachte Fahrleitung zum Einbau. Verzichtet wird auf die gesamte Nachbildung des Tragseils mit den Hängern. Dadurch können auch die Fahrleitungsmasten in einer stark reduzierten Form gebaut werden, was sowohl Material als auch Zeit spart. 
Alle verdeckten Fahrleitungsabschnitte sind bereits während des Rohbaus fertig verlegt und abgespannt worden, da mit der Fertigstellung des Geländes ein problemloses Verlegen "unter Tage" kaum mehr möglich wäre.
Die Fahrdraht-Segmente werden jeweils über (zum Teil verdeckt angebrachte) Spiralfedern mit einer Zugkraft von ca. 3kg abgespannt.


Die Bilder zeigen die Einfahrt in die Abstellgruppe G mit vier Gleisen. Nachdem die Oberleitung verlegt war, fanden wir dieses "Gewirr" von Fahrdrähten sooooo schön, dass wir spontan beschlossen haben, diesen Bereich sichtbar zu belassen.
Es galt dann nur noch, das entstandene Loch einigermassen dekorativ zu gestalten...!

Hilfsmittel und Werkzeuge

Da wir alle Teile für die Oberleitung selbst herstellen, haben wir auch die nötigen Werkzeuge wie Formdrehstähle, Pressmatrizen und Montagelehren dazu anfertigen müssen. Dabei konnten wir auf unsere sehr gut ausgerüstete Werkstatt mit Schäublin-Drehbank und Aciera-Fräsmaschine zurückgreifen.

Das Bild links zeigt die Fräsarbeiten an der Grundplatte der Montagelehre für die Streckenmasten. In dieser Lehre werden die Mastausleger bestückt und dann hartgelötet.
Rechts oben ist die Biegelehre für die seitlichen Fahrdraht-Abspanner zu sehen. Ziemlich viel Aufwand, könnte man meinen - aber schliesslich sollen mehrere hundert Teile exakt gleich aussehen!
Unten rechts ist die Lötlehre für die Mastfüsse abgebildet (siehe auch "Bau von Fahrleitungsmasten"). 
 

Bau der Oberleitungsjoche für den Bahnhof "Langenthal"

Derzeit steht der Bau aller Joche an, die für den Bahnhof "Langenthal" benötigt werden.

Einige Joche über den Gleisen 3 und 4 sind bereits fertig (Bildmitte), aber für die Gleise 1 und 2 (rechts), 5 und 6 (halblinks) und die Gleise 7 bis 9 der Einspurstrecke (ganz links) sind noch Joche anzufertigen.

Die Maststandpunkte sind bereits festgelegt; dazu wurden Zwirnfäden in den Gleisen ausgelegt und gespannt. So wurden auch die einzelnen Fahrdrahtsektoren und die Abspannpunkte bestimmt.

Wie entsteht ein Oberleitungsjoch?

Bericht in Vorbereitung; wir bitten noch um etwas Geduld...
 

 
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